​​​​​​​Entwicklung, Implementierung und Anwendung digitaler Gesundheitslösungen

Ein Umdenken ist zwingend notwendig und zu viel Regulierung lähmt die Akteure.

Die Digitalisierung stellt einen Wandel im Gesundheitswesen dar und konfrontiert uns mit neuen Herausforderungen. Gleichzeitig bietet sie uns effizientere Prozesse, bessere Prävention und Versorgung der Patienten.

In der Ausgabe 06/2018 der Zeitung Management & Krankenhaus werden in dem Beitrag „Erarbeiten einer Digitalisierungsstrategie – Praxisempfehlungen zum Vorgehen“ Empfehlungen ausgesprochen, wie Klinikgeschäftsführer ihre Betriebe Schritt für Schritt digitalisieren können. Dazu zählen der Ausbau der Unternehmensstrategie und IT-Strukturen mit Personal, Prozessen, Projekten und bestehende Krankenhausinformationssystemen (KIS), die konkrete Erarbeitung von Zielbildern,  eine Priorisierung von IT Projekten und zuletzt die Orchestrierung der Umsetzung.[1]

Ein weiterer wichtiger Schritt im Zuge der Digitalisierung der Krankenhausbetriebe, der nicht genannt wird, ist, innovative Ideen und Projekte in die Betriebe zuzulassen. Fortschrittliche Digitalisierungsprojekte kommen von agilen jungen Unternehmerinnen und Unternehmern, die sich nicht in den bestehenden großen Unternehmen, sondern in ihrem Startup- Umfeld in ihren spezifischen Themen bewegen. Die Offenheit der Betriebe für junge Ideen ist von großer Bedeutung.

Die Digitalisierung ist kein Einmalprodukt, sondern entwickelt sich mit den Herausforderungen unserer Zeit mit den Menschen mit. Die Digitalisierung muss an die Bedürfnisse der Menschen angepasst und entsprechend verwendet werden. Viele Betriebe im Gesundheitswesen distanzieren sich von dem Begriff Digitalisierung, als ob sie keinen Einfluss darauf hätten. Dabei sind wir Menschen es, die die Digitalisierung auf dem Weg zu einer besseren Versorgung der Patienten nutzen können.

Insbesondere der Betrieb Krankenhaus befindet sich seit jeher in einem Dilemma zwischen ethischen Handlungsleitlinien und ökonomischem Optimierungsdenken. Das bedeutet, dass es keine Angebote in Krankenhäusern gibt, die die Patienten erwerben oder bestellen können. Stattdessen haben die Krankenhäuser einen Maximalversorgungsanspruch und der Leistungsprozess wird nach ethischen Handlungsleitlinien entschieden. Der Ökonom, der das Krankenhaus leitet, muss bei jedem Einkauf, jeder Prozessänderung, jeder neuer Einrichtung erklären, dass es am Ende die bestmögliche Entscheidung für den Patienten ist.[2]

Die Digitalisierung im Personalbeschaffungsprozess, wie es SeDiDoc löst, ist nur ein Bruchteil, von dem, was wir an Digitalisierung in deutschen Krankenhäusern brauchen, um die digitalen Veränderungen im Gesundheitswesen stemmen zu können. 

Apple baut im Silicon Valley sein eigenes Pilot-Krankenhaus, um es dann weltweit zu skalieren. Sensoren, die in der Blutbahn zirkulieren, sollen in Echtzeit den Gesundheitszustand analysieren und künstliche Intelligenz befundet radiologische Bilder besser und schneller als menschliche Intelligenz. 

Was die ärztliche Arbeit prima ergänzt, denn es besteht bereits heute ein Fachkräftemangel, der sich in den nächsten 30 Jahren weiter zuspitzen wird und die Arbeit der künstlichen Intelligenz dringend benötigt wird.

[1]Management & Krankenhaus-Zeitung für Entscheider im Gesundheitswesen: Erarbeiten einer Digitalisierungsstrategie – Praxisempfehlung zum Vorgehen, 06/2018

[2]Management & Krankenhaus-Zeitung für Entscheider im Gesundheitswesen: Interview mit Prof. Dr. Dr. von Eiff, Management Know-How in Gesundheitsbetrieben so nötig wie nie, 06/2018